Mobirise

6. Die Sicht durch alle 4 Quadranten

Im letzten Text stellte ich euch jeden Quadranten einzeln kurz vor und beschrieb eine Anwendungsmöglichkeit mit den vier Quadranten zu arbeiten.

Die meisten Menschen verbringen einen beträchtlichen Teil ihres Lebens damit, blind für einen oder mehrere dieser vier Aspekte der Realität zu sein (oder so zu tun, als ob es sie nicht gäbe).
Das Wissen über die vier Quadranten - die vier Realitäten - einer x-beliebigen Situation oder Sachverhaltes hilft dir jedoch, mit mehr Bewusstsein zu leben, was tatsächlich in deinem Leben und in der Welt um dich herum vor sich geht.

Werden wir konkret und durchleuchten einen Sachverhalt:

Die Unlust gewisser Schüler in die Schule zu gehen
Betrachten wir diesen Umstand nun anhand der Quadranten:


Oben Links / Innen Individuell: eine fehlende intrinsische Motivation, wobei hierfür wieder sehr unterschiedliche Gründe vorliegen können. Diese sind nur durch das Gespräch mit dem Schüler selbst feststellbar, also wird seine Wahrnehmung hinzugezogen.

Oben Rechts / Aussen Individuell: ein Problem der persönlichen Konstitution bspw. Ernährung, Schlafverhalten oder neurologische Beeinträchtigungen.

Unten Links / Innen Kollektiv: um ein gesellschaftliches Problem bspw. die Bedeutung von Schule und Lernen innerhalb der Familie.

Unten Rechts / Aussen kollektiv: um ein strukturelles Problem bspw. mangelhafte Mobilität oder materielle Ausstattung der Schule.

Wenn wir genau hinsehen, können wir erkennen, dass auf die Gesamtheit aller Schüler, die nicht gerne in die Schule gehen, alle Quadranten zutreffen.

Um jedoch auf jeden einzelnen Schüler adäquat reagieren zu können, ist es wichtig, diese vier Perspektiven einnehmen zu können. Denn was sich äusserlich als Unlust zeigt, kann vielerlei Ursachen haben.

Ich werde meinen Schülern nur gerecht und kann auch etwas bewirken /verändern (hier Lust an Schule, am Lernen) wenn ich weiss, wo der Schuh drückt. Offensichtlich bedarf es bei einer fehlenden intrinsischen Motivation einer anderen Intervention als bei strukturellen Problemen und wiederum bin ich anders gefordert, wenn die Beziehung (unten Links) zwischen mir und dem Schüler nicht gut ist.

Und wenn wir ganz genau hinsehen, können wir erkennen, dass auf einen Schüler immer alle Perspektiven einwirken. Situationsbedingt fallen ein oder zwei Quadranten mehr ins Gewicht. Meistens wird aber so getan, als liesse sich die ganze Sache durch eine Veränderung in nur einem Quadranten lösen.

Nun die Frage an dich: Welche ist deine bevorzugte Perspektive? Was ist deine bevorzugte Argumentation bei Problemen?

Siehst du das Problem hauptsächlich von oben Links und argumentierst aus einer psychologischen Sicht? (Wenn der Schüler emotional gesund wäre …)
Siehst du das Problem hauptsächliche von Oben Rechts und argumentierst aus einer biologischen Sicht? (Wenn der Schüler kein ADHS hätte…)
Siehst du das Problem hauptsächlich von unten Links und argumentierst auf der Beziehungsebene (Wenn sich die Kinder besser verstehen würden…) - oder
Siehst du das Problem hauptsächlich von Unten Rechts und argumentierst aus einer strukturellen Sicht (Wenn mein Klassenzimmer grösser wäre…)

Jeder Mensch hat eine Perspektive, aus welcher er die Welt betrachtet. Hier sind wir stark und das ist auch gut so - dies schafft Diversität. Doch wenn wir nicht fähig sind, die anderen Perspektiven einzunehmen, als ebenbürtige Wahrheit anzuerkennen und zu einer höheren zu integrieren, landen wir bei ewigen Diskussionen an Lehrerkonferenzen, welche bestenfalls durch die Schulleitung beendet werden in dem sie ihre Perspektive voran stellt.

Angesichts der heutigen Herausforderungen wie zum Beispiel der Klimawandel, das Gesundheitswesen oder ein adäquates Bildungswesen reicht der einfache Blick nur durch einen Quadranten heute nicht mehr. Und das ist der Grund, warum so viele Menschen frustriert sind. Sie fühlen sich von einer Welt überwältigt, die komplexer ist, als die Art und Weise, wie sie sich einen Reim auf sie machen.

Aber Du nicht. Du bist nun auf dem Weg zu einer viel besseren und umfassenderen Landkarte für die komplexen Zeiten, in denen wir leben.

Alles Liebe,

Nicole


PS: Beschäftigt dich zur Zeit ein Problem, welches sich irgendwie nicht lösen will? Versuche es in seine Einzelteile aufzudröseln und den vier Quadranten zuzuordnen. So kommt relativ schnell Klarheit in die Sache und du erkennst, welches Teilproblem mit welchen Interventionen angegangen werden kann. Gerne kannst du uns auch den Fall schildern und wir helfen dir bei der Aufdröselung


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